Thomas Graics, " Landschaften Niederrhein "
Kommentar von Rainer Schmidt

Motiv "Landschaft"

Die malerische Darstellung von Landschaften des Niederrheins, zumeist eingetaucht in eine bestimmte Lichtatmosphäre einer Tageszeit, verweist auf Thomas Graics` anfängliche Orientierung an der Düsseldorfer Malerschule. Gerade das stimmungstragende Licht zu Tagesanfang und -ende regen ihn durch die direkte Anschauung und das fotografische Fixieren des Anblicks, der dann als Orientierung dient, zum Malen an:
Bewegungen der Wolken, Morgennebel (niederrheinische Weide, Luftbilder V-VII), tiefbraune Gruben in einem Braunkohleabbaugebiet zu Beginn der Abenddämmerung, die Altstadt Düsseldorf in der Spätnachmittagssonne.

Zwei der kleinformatigen Bilder mit dem Titel "Garzweiler" sind in kurzer Zeit gemalt: Ein grobes Gewebe von Pinselstrichen, von ineinander fließenden Brauntönen unter dem Abenddämmerungshimmel. Diese Bilder leiten die Serie der Luftbilder ein. Die Darstellung der Landschaft aus der Vogelperspektive.

Luftbilder

Die "Luftbilder" entstanden nach Erfahrungen Thomas Graics beim Fliegen über der niederrheinischen Heimat: Als Leiter eines Luftfahrttechnischen Betriebes und passionierter Flieger kommen auch hier, wie bei den Landschaftsbildern, die Motive aus seiner direkten Umgebung und Anschauung.

Neue Vorbilder

Nach der Aufnahme des Studiums an der Freien Kunstakademie Essen 1998 erfolgte die jüngste Neuorientierung an dem Maler Gerhard Richter. Zum einen wohl auch aufgrund der verwandten Orientierung an fotografischen Vorlagen , zudem durch das ähnliche Bildthema Landschaft, besonders durch die gemeinsame Vorliebe zur leichten Ungenauigkeit der Motive, sowie zum anderen auch durch die Bewunderung an Richters traditioneller Maltechnik.

Maltechnik

Denn so leicht es Thomas Graics fällt, seine Motive/Bildthemen zu finden, so schwer ist ihm die Suche nach der dem Motiv/Thema entsprechenden, angemessenen Maltechnik.
Dieser Prozeß des Findens und Suchens, Experimentierens, Entdeckens, Anzweifelns und wieder Verwerfens läßt ihn selten zufrieden sein mit seinen Bildern, so daß er zumeist auf die abschließende, den Malprozeß endgültig beendende Schlußfirnis über seinen Bildern verzichtet.

Thomas Graics zwischen Finden und Suchen, zwischen Gewißheit und Zweifel oder, siehe Luftbilder, zwischen Himmel und Erde.

Rainer Schmidt
Düsseldorf, den 31.5.1999
über den Autor
Rainer Schmidt, geboren 1965, Studium der Kunst und Sozialwissenschaft auf Lehramt
1996 erstes Staatsexamen an der Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Frau Prof. Karin Rissa, freischaffender Künstler und Dozent an den VHS´Düsseldorf, Neuss, Hilden/ Haan